Restaurants

The Africa Café – ein Erlebnis für die Sinne

Vierzehn Gänge, zwei Gläser Rotwein und ein Knopf, der nicht mehr zugeht

Afrikanisch Essen, das ist jawohl ein Muss wenn man sich auf diesem Kontinent befindet. So ein Land wie Südafrika will ja auch kulinarisch entdeckt werden! Und Liebe geht ja bekanntlich sowieso durch den Magen.  Aber wie sieht die südafrikanische Küche eigentlich aus? Vor meinem inneren Auge ziehen Bilder von süßen kleinen Zebras vorbei. Auf keinen Fall! Zum Glück stehen süße kleine Zebras nicht auf der Hauptspeisekarte der Südafrikaner. Was nicht heißt, dass hier auf Fleisch verzichtet wird. Im Gegenteil! Grillen ist quasi Nationalsport hier! Die Capetonians schaffen es sogar einen kompletten Tag am Grill zu verbringen. Davon können sogar wir Deutschen uns noch eine Scheibe abschneiden. Vor allem Lammfleisch erfeut sich größter Beliebtheit sowie Rindfleisch. Schweinefleisch ist weniger gefragt, dafür lässt man sich hier ganz gern einmal einen Springbock schmecken. Ich bevorzuge da lieber das gleichnamige Getränk, ein Shot, der aus Amarula Creme, vergleichbar mit Baileys und Green Creme de Menthe besteht. Cheers!

Ansonsten ist die südafrikanische Küche je nach Provinz unterschiedlich ausgerichtet. KwaZulu-Natal ist eher indisch geprägt, das Westkap weist malaisische Züge auf und Gauteng ist stark durch die Buren beeinflusst. Und obwohl wir hier am Meer sind, wird Fisch nicht in riesigen Mengen verzehrt (es sei denn meine Freundin Caro und ich machen Sushi All u can Eat). Das Huhn läuft dem Fisch hier definitv den Rang ab. Das gibt’s hier nämlich noch und nöcher. Zu den Lieblingsspeisen eines jeden Kapstädters und mitlerweile auch zu meinen gehören beispielsweise Biltong, Bobotie, Boerewors, Chakalaka, Koeksisters, Milktart und vieles mehr (findet ihr übrigens alles in unserer Rezepte Rubrik).

Du bist, was du isst

Und wo kann man der afrikanischen Küche besser auf den Grund gehen als in einem traditionellen afrikansichen Restaurant? Und was wäre da besser geeignet als The Africa Cafe, eines der ersten afrikanischen Restaurants in Südafrika. Das haben sich auch die Gründer Portia und Jason de Smidt gedacht. Allerdings kein leichter Gedanke, denn zunächst wurde die Idee der beiden nicht wirklich von der Southafrican Community angenommen. Und so blieb ihnen nichts weiter übrig, als ihr eigenes Heim in Observatory in ein Restaurant umzuwandeln. Aber sie waren entschlossen diese Lücke im Markt zu füllen und ihren Traum umzusetzen. Vor allem war es ihnen äußerst wichtig, dass Afrika seinen Stolz, Stolz in seine Herkunft, den es durch jahrelange Unterdrückung einbußen musste, wiedererlangt. Mit Portias Bruder Hector aus Johannesburg war das Team dann vollständig und die Arbeit konnte beginnen. Und wenn man sich anschaut, was in über fünfzehn Jahren aus ihrer Idee geworden ist, kann man sagen, dass die drei wirklich einen guten Job gemacht haben. Kulinarische Köstlichkeiten von Rion bis Marocco werden hier serviert. Und das Besondere an einem Abend im The Africa Cafe ist nicht nur das Essen. Das Gesamtpaket ist das, was zählt. Die Inneneinrichtung, das besondere Flair, das Entertainment, die Musik, der Service, all das macht ein Dinner in dem Traditionsrestaurant zu einem unvergesslichen Erlebniss für alle Sinne.

Alles Bio oder was?!

Auch ich bin fasziniert vom Interior des dreistöckigen Restaurants. Die Wände sind verziert mit afrikanischen Kunstwerken, ich bin umgeben von einem Meer an bunten Farben, auf der Terasse befindet sich eine grüne Oase. Wirklich jeder Raum sieht anders aus, hat einen anderen kulturellen Schwerpunkt. Es gibt riesige Tafeln für Gruppen und Veranstaltungen. Aber auch Paare finden hier ein gemütliches Eckchen für romantische Abende zu zweit. Alle Mitarbeiter tragen traditionelle afrikanische Kleidung. Der Kellner bringt uns zu unserem Tisch, und ich bestelle ein Glas Pinotage. Um die Essensbestellung brauch ich mich ja nicht zu kümmern. Das ist nämlich alles schon vorgegeben. Ein festes Menu mit vierzehn Gängen. Derzeit unter dem Motto Communal Feast Spring 2010. Ich sollte satt werden. Nachdem wir auf den Abend angestoßen haben, kommt eine Kellnerin mit einem Krug voll warmen Wasser, einer Schüssel und Handtüchern. Das Händewaschen vorab gehört zur Zeremonie des Essens dazu. Und sorgt bei uns außerdem für Vorfreude. So, die Fingerchen sind sauber, es kann losgehen! Das Menu zeichnet sich durch frisches Gemüse aus dem hauseigenen Garten und von den lokalen Märkten aus. Alles Bio, sehr gut.

Genussmarathon

Runde 1: Startschuss! Die Kellnerin bringt mehrere Schalen an unseren Tisch. Mit bloßem Auge kann ich nicht erkennen, was das für Köstlichkeiten sind. Zum Glück liegt der Menuplan neben mir. Ich erkenne den simbabwischen Reis und das Süsßkartoffelpürree, auch die marrokanischen Linsen, Kichererbsen und den Reissalat kann ich mit Leichtigkeit ausmachen. Und das da drüben müsste die Hähnchenbrust in Sesam sein. Besonders gut: das traditionelle Vetkoek, das sind frittierte Brotbällchen. Mutig und vor allem hungrig probieren wir alle Schälchen durch. Ich schmecke Karmadom, Zitrone, Petersilie. Herrlich! Vor allem das Hühnchen hat es uns angetan. Wir freuen uns schon jetzt, dass man nach Ende des Menues von allem nachbestellen kann, und das so viel wie man will, oder schafft.
Runde 2: Da geht noch was! Weiter geht´s mit tansanischem Mchicha wa Nazi, was so viel wie Spinat in Erdnusssauce heißt. Köstlich! Nicht zu vergessen Portias Brokkoli und Nuss Salat in Honigdressing. Dazu gibt es noch Schlangenkopffisch (Channa). Das ist Seehecht in Kichererbsen Backteig und auch der kommt sofort auf unsere Nachbestellliste. Abgerundet wird das Ganze mit einer Portion Malawische Mbatata-Käse und Sim Sim Bällchen, zu deutsch, in Sesam gerollte Süßkartoffelbällchen mit Käse. Sim Sim? Yam Yam! Plötzlich wird´s laut! Eine Gruppe afrikanischer Tänzerinnen trommeln, singen und tanzen durch den Raum. Wir schaffen es uns für kurze Zeit auf etwas anderes als das Essen zu konzentrieren. Eine ohrenbetäubende, aber angenehme Ablenkung.

Ich bin so satt, ich mag kein Blatt, obwohl…

Runde 3: Da geht zwar nicht mehr ganz so viel, aber wir machen trotzdem weiter. Und zwar mit Portias würzigen Hähnchenspießen im speziellen Dip. Und dabei kommen endlich auch mal die Finger zum Einsatz. Wir wollen mehr Fleisch! Und unser Wunsch wird erfüllt, mit westafrikanischem Mwana wa Nkhosa – gegartes Bio-Karoo-Lamm in Sauce. Dazu gibt es Basmati Reis und mosambikischen Bio-Sprossensalat mit Cashew- und Macadamianuss Mayonnaise. Und obendrauf noch Xhosa Spinat und Maisbällchen in Karottensauce mit Paprikageschmack. Puh, das ist reichlich, aber wir können und wollen nicht aufhören und essen fleißig weiter. Es ist einfach zu lecker!
Runde, ja es geht noch weiter, 4: Wir halten uns die Bäuche. Aber die Kellnerin kennt kein Erbarmen und bringt die süße Krönung, das Sahnehäubchen des Abends an unseren Tisch: warmer Schokoladen Brownie mit Vanilleis. Eine leichte Entscheidung. Ich öffne schnell den Knopf von meiner Jeans, schnapp mir einen Löffel und fang an zu schaufeln. Das hat wirklich noch gefehlt! Ich lasse die heiß-kalte, verführerisch-süße Mischung auf meiner Zunge zergehen, schließe die Augen, und denke, ja, Liebe geht tatsächlich durch den Magen. Ich bin verliebt bis über beide Ohren…

The Africa Cafe | 108 Shortmarket Street Cape Town 8001 | Tel: +27214220221 | email: [email protected]

Von Verena Lissek

Quelle: http://www.kapstadtmagazin.de/

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