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Lifestyle

Die Wüste blüht in bunten Farben

Story-Highlights
  • Erstaunliche Namaqualand Daisies
  • Mission: Blumen sehen

Im Nordwesten Südafrikas sind weite Landschaften von Blütenteppichen bedeckt. Das Besondere: Tausende Arten von Wildblumen zeigen ihre Blüten nur drei Wochen im Jahr. Sonst ist die Gegend eine reine Wüste.

Von Jana Genth, ARD-Studio Johannesburg

Nur mit dem Jeep geht es vorwärts in Namaqualand, ohne Allradantrieb kommt man nicht voran. Aber die Fahrt lohnt sich, denn sobald man ein paar Kilometer abseits der geteerten Straßen gefahren ist, bietet sich ein Blick, der unter die Haut geht: Soweit das Auge reicht, sieht man nichts anderes als ein Blütenmeer.

“Man fährt über diese kargen Hügel, und plötzlich schaut man runter und sieht überall Blütenteppiche, pink und orange, das ist großartig”, freut sich ein Tourist aus Pretoria. “Es ist eine wunderbare Erfahrung, inmitten der Blumen zu sein, das ist so schön”, ergänzt eine Frau. “Diese schönen Blumen und die Berge! Das ist unglaublich. Wir können so glücklich sein, in einem solchen Land zu leben. Es ist wundervoll”, erzählt ein anderer.

Erstaunliche Namaqualand Daisies

Die Zeit scheint still zu stehen, wenn man die Ausmaße der Blütenmeere sieht – und doch läuft sie schnell. Denn der Anblick bietet sich nur jetzt. Normalerweise ist diese Gegend eine reine Wüste, aber im Frühling gibt es das Naturschauspiel, das gerade einmal drei bis vier Wochen pro Jahr dauert.

Die Namaqualand Daisies, wie die Blumen heißen, sind erstaunlich. Wenige Regentropfen reichen aus, um sie zum Leben zu erwecken. Sheldon Matthys ist Ranger in Namaqualand Nationalpark:

Es gibt etwa 3500 verschiedene Arten der Blumen. 1000 davon gibt es nur hier in Namaqua. Das ist ein sehr, sehr besonderer Ort. 

Die Gegend, in welcher der Ranger arbeitet, ist abgelegen. Von Kapstadt aus fährt man etwa sechs Stunden in Richtung Namibia. Von Johannesburg aus sind es gut elf Stunden in Richtung Westküste. Jetzt ist quasi Hochsaison, und das spürt auch Springbok. Die Stadt hat einen kleinen Flughafen, auf dem nun mehr Betrieb ist als üblich, sagt Morné Coetzee: “Normalerweise landen pro Monat 30 bis 40 Flieger: Touristen, Geschäftsleute, Unternehmer, die ihre Filialen besuchen und Rettungsflüge für medizinische Notfälle. Jetzt kommen zusätzlich etwa acht Flüge pro Woche und bringen Touristen, weil die Blumen blühen.”

Ein Windrad steht vor Wildblumen in Namaqualand. | picture alliance / imageBROKER

Blütenpracht im Namaqualand Bild: picture alliance / imageBROKER

Mission: Blumen sehen

Drei davon sind ganz frisch angekommen und Touristen aus Durban am Indischen Ozean. Sie sind keine Floristen oder Botaniker. Und doch heißt ihre Mission: Blumen sehen. Es sei so schön, meint einer von ihnen. “Wir haben schon Blumen gesehen, das ist großartig. Es sind aber nicht nur die Blumen, es ist auch die schöne Landschaft. Wir sind gerade über faszinierte Wüstengebiete geflogen und über schöne Felsformationen.” Eine Frau ergänzt: “Schon vor der Landung waren wir ganz aufgeregt, weil wir lila und gelb gesehen haben. Wir fahren gleich weiter in den Namaqua Nationalpark und freuen uns einfach, die Blumen zu sehen.”

Der Zeitpunkt dafür könnte kaum spektakulärer sein. In allen Farben des Regenbogens erstrahlt die Landschaft in der Frühlingssonne. Wegen der Corona-Pandemie sind es zumeist Touristen aus Südafrika, die ihr Namaqualand jetzt bereisen und sich berauschen lassen von der Farbenpracht der Blüten. Sie müssen sich beeilen, denn in wenigen Tagen schon ist der Zauber wieder vorbei. Dann fahren die Allrad-Fahrzeuge wieder einfach nur durch die Wüste.

Quelle
Tagesschau.de

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