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SÜD-AFRIKA Leserin Lina Anita Metzger hat ihre zweite Heimat in Namibia gefunden. Sie verliebte sich vor allem in die Farbenpracht des Landes.

Es war ein Traum oder doch die Wirklichkeit – auf jeden Fall der ultimative Farbkick. Der Begriff Traumland Namibia ist berechtigt, zumal die meisten Menschen, die das Land einmal besucht haben, immer wieder dorthin zurückkehren.
Ich begann 1992 im Rahmen einer organisierten Reise, das Land kennenzulernen: die Natur, die Tierwelt, die verschiedenen Bevölkerungsschichten, die Infrastruktur, die Geschichte, die Politik, die Wirtschaft, das Öko-, Sozial- und Gesundheitssystem – einfach alles, was das Land ausmacht.
Nach sechs Jahren Pause musste ich einfach wieder nach Namibia. Es war schon zu meiner zweiten Heimat geworden. Diesmal habe ich das Land vor allem mit der unendlichen Vielfalt der ständig wechselnden Farbnuancen genossen. Besonders das Licht, diese strahlende Helligkeit, ist einfach faszinierend und herrlich.

Reise nach Etosha

Anfang Juni 2016 startete ich wieder in das wunderbare Land. Von Windhoek aus führte die schnurgerade und einsame Straße gen Norden in den Etosha-Nationalpark. Rechts und links der Straße Farmland in allen Aquarellfarben changierend.
Die ineinanderfließenden Blautöne des Himmels ändern sich stets zum Abend hin in rosa, orange, sandfarben, hellbraun und zartem Grau bis hin zum glühenden Rot der untergehenden Sonne.
Farbenspiele vom goldenen Gras, roten Termitenhügeln, tiefgrünem Dornbusch, schwarzen abgestorbenen Gebilden vom Kameldornholz, braunweißem Schotter in weißem Sand, dunkelblau bis violett schillernden Steinen, schneeweißen Ziegen, hellgrauen Warzenschweinen, Gebirgsketten in allen Grau-, Rot-, Braun- und Violetttönen entzücken das Auge.

Mystische Atmosphäre

Im Etosha-Park staunten wir über die vielen Grüntöne der Baumkronen. Durch die dort herrschende Trockenheit und Winterzeit versammelten sich unzählige Tiere an den Wasserlöchern.
Springböcke, Gnus, Kudus, Giraffen, Impalas, Oryx-Antilopen, Warzenschweine, Schabracken-Schakale, Spitzmaulnashörner, Steppenzebras, Herden von Elefanten und auch viele Vögel genossen das Wasser.
Löwen und der Leopard hielten sich faulenzend im Hintergrund. Das das Kleid der Tiere ist schöner als auf jeder Fashion Week. Die Stille, in der man den eigenen Herzschlag hört, die saubere Luft, der fast immer wolkenlos tiefblaue Himmel, die flirrende Hitze, die menschenleere Einsamkeit und Weite zauberten eine Atmosphäre, die mystisch erschien.
Die Farben muss man sehen, sie sind einmalig. Das abendliche Lagerfeuer mit rot und gelb glühenden Kohlen, das einen blaugrauen Rauch mit sprühenden goldenen Funken in den Himmel wirbelt, ist unvergesslich.
Jedes Land hat seinen unverkennbaren Duft. In Namibia entstehen Gerüche durch die sengende Hitze und den nächtlichen Tau. Betörend frisch und aromatisch erdig entfalten sich Blüten und Wüstenblumen. Unsere Sinne sind ein Fenster zu dieser Welt, wir müssen uns daran nur erinnern.

Euphorbien im Damaraland

Lichtspiele im Wüstensand – so erlebten wir die Fahrt durch das Damaraland. Gestaltet von der wandernden Sonne, die sich abends rot wie ein Feuersalamander verabschiedet.
Durch das zentrale Damaraland in den Süden fuhren wir durch bizarre Landschaften, die mit ihren zerklüfteten Bergzügen spektakuläre Farben boten.
Grüne Euphorbien-Gewächse: die Euphorbia damarana, ein Wolfsmilchgewächs, das Blüten treibt, die im Blütenstand wie gelbe Squashbälle aussehen. Die überdimensionalen runden Euphorbienbüsche, roter Sand, gelbe bis ockerfarbene Bodenflächen, unterbrochen von kleinen Hüttensiedlungen der Damara, kunstvoll gestaltete Hinweisschilder und in Neonfarben gekleidete Einheimische kreierten ein unglaubliches Farbenspiel entlang der Schotter-Pad.

Buntes Swakopmund

Swakopmund am Atlantik: Die Sonne glitzerte und funkelte. Ein Wrack zeugt von den um die Jahrhundertwende erfolgten Schiffbrüchen. Die erfrischende Brise des Atlantiks und der algig-schwere und doch belebende Geruch des Meeres ließ uns nach der Inlandstour tief durchatmen.
Eingebettet zwischen dem Farbenspiel des Wassers und den Dünenbergen der Namib befindet sich die Stadt in einem unglaublichen Farbkontrast. Bunte Häuser mit farbenfrohen Dächern, fröhliche Menschen, die Kristallgalerie mit den größten und schönsten Kristallen dieser Erde, historische Gebäude aus der Kolonialzeit, das großartige Heimatmuseum, der vielfältige Kunsthandwerkermarkt, der Leuchtturm eingerahmt von dunkelgrünen Palmen, köstliche Gastronomie, Wassersport auf brausendem Atlantik, Dünenreiten in den Sandbergen und vieles mehr machen diese lebendige Stadt zu einem einmaligen Erlebnis.

Größte Sanddünen

Weiter führte uns die Schotterpad durch den Namib Naukluft Park. Durch den Kuiseb Cnyon vorbei an Flussabschnitten mit ihren aufragenden Felswänden und dem ständig wechselnden Farbenspiel.
Angestrahlt von der Sonne, reflektierten die Felswände grandiose Farbmuster. Auch die Vegetation wetteiferte in zarten Farbspielen. Wunderschöne Alabasterfarben, wie geschaffen für die Maler dieser Welt.
Sossusvlei mit den größten Sanddünen dieser Erde zeigt sich mit gespenstischen Farbschattierungen in der frühen Morgendämmerung.
Die atemberaubende Dünenlandschaft präsentiert sich im vielfältigem Farbkleid. Schwarze, abgestorbene Kameldornbäume stehen wie Statisten im Dead Vlei und die weiße Lehmbodensenke zeigt sich in einer explodierenden Welt von Farben.
Der Tsauchab-Fluss hat am Sesriem Canyon über viele Millionen Jahre eine tiefe Schlucht ausgespült. Am Ufer kann man mit geschultem Auge Granatsteine finden.

Stadt der Diamanten

Weiter nach Lüderitz: Die atemberaubende Wüstenfläche rechts und links der Straße mit dem Diamantensperrgebiet lässt an die Zeit der Diamantenfunde zurückdenken.
Unterbrochen werden die Sandflächen von kleinen Oasen, die von dunkelbraun glänzenden Wildpferden besucht werden, um sich am kühlen Nass zu laben.
Areale von grüngelb gestreiften Melonen bieten Tieren Nahrung in der kargen Gegend. Nur die Stromleitungen unterbrechen die monotone Sandlandschaft neben der schwarzen Teerstraße.
Lüderitz empfing uns mit goldenem Sonnenlicht, Gischt spritzenden Wellenbergen in allen erdenklichen Farben von dunkelblau bis hin zu smaragdgrün.
Ständig brachen weiter draußen auf dem Meer die Wellenwände geräuschvoll in sich zusammen. Weiße und durchsichtige Gischt spritzte und verlor sich kräuselnd am Ufer.
Die Geisterstadt Kolmanskop hat einiges zu bieten. Einst Zentrum florierender Diamantenminen, ist sie heute Zeuge einer glorreichen Vergangenheit. Wüstenfüchse, Ratten und Schlangen leben hier in der Natur.

Gelbe Köcherbäume

Der Fish River Canyon, grau, grün und rot – ein atemberaubender Anblick. Köcherbäume sind ein besonderes Highlight auf dem Weg in Richtung Keetmanshop und weiter durch die Kalahari.
Sie bilden wunderbare Farbtupfer in der endlosen Weite des Landes und erfreuen mit ihren intensiv leuchtenden gelben Blüten.
Botaniker versinken in Ehrfurcht vor diesen meterhohen Aloen. Die Aloe Dichitoma speichert Wasser und kann so in der kargen Wüstenlandschaft überleben. Buschmänner höhlten die Äste aus und benutzten die Köcher für ihre Pfeile.
Die Wüste Kalahari ist ein riesiger Landstrich mit ständig wechselnden Farben. Der rote Sand, die Sandwellen werden unterbrochen vom satten Grün der Dornbuschvegetation, golden glänzendem Gras und immer wieder imposanten Akazien.
Webervögel bauen in den Ästen kunstvolle Nester. Steinformationen aus Dolorit sind wundervoll zu bestaunen, am liebsten möchte man die großen Kugeln anschieben und sie den Berg hinunterrollen lassen.
Die Sonne sinkt rasch hinter den Horizont, nicht ohne vorher noch ein grandioses Farbspiel zu veranstalten. Kette um Kette schichten sich die Berge bis zur Unendlichkeit, bevor sie sich in immer blasser werdenden Schattierungen endgültig verabschieden.
Unter uns das Veld mit Steinen aller Farben und dazwischen angeordnet nach den Launen der Natur viele Dornbüsche, Aloen mit knallroten Blütenständen und abgestorbenes Kameldornholz zaubern eine gespenstische Kulisse.
Die Kalahari faszinierte und überraschte mit neuen Farben. Wir hielten den Atem an und konnten diese geballte Ladung an Orangerot bis Ockerfarben kaum fassen.

Jacarandas in Windhoek

Ankunft in Windhoek. Auch hier ist zu allen Jahreszeiten das Farbenspiel romantisch und es ist ein Hochgenuss, wenn im Frühjahr die lila bis dunkelblau blühenden Jacaranda-Bäume ihre Blütenpracht entfalten. Palmen in allen Grünschattierungen zieren das Stadtbild.
Die Farben des Landes, die sich in jeder Jahreszeit ändern, die Freundlichkeit der Menschen und besonders deren Gastfreundschaft sind einmalig. Die meisten Namibia-Reisenden kehren zurück in das Land und die Begeisterung ist jedes Mal noch größer. Fahren Sie hin, ich kann es nur empfehlen! Sie werden staunen und begeistert zurückkommen.

© Text: Lina Anita Metzger

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